Wie geht’s der Bio-Braugerste?

2.8.2021 Landkreis Ostallgäu. Braumeister Bernd Trick hat sich über die Qualität der Bio-Gerste für das Bio-Bier von Öko-Modellregion und Aktienbrauerei erkundigt.

Derzeit wächst in der Region die Bio-Braugerste für das gemeinsame Bio-Bier von Öko-Modellregion Ostallgäu und Aktienbrauerei Kaufbeuren (ABK).

Braumeister Bernd Trick von der Aktienbrauerei wollte sich nun selbst ein Bild vom Fortschritt machen. Schließlich ist eine gute Gerste ausschlaggebend für ein gutes Bier.

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Zu Gast war er bei Bio-Bauer Andreas Bersch (Naturland), einem der drei Vertragsbauern der ABK.

„Für den Start hätten wir uns ruhig ein einfacheres Jahr aussuchen können“, resümiert Landwirt Bersch. Aufgrund der langanhaltenden Kälte konnte er erst später aussäen als gewöhnlich. Dann war es auch noch sehr nass, was die Bearbeitung erschwerte.

„Für den Biolandbau ist die Bearbeitung des Bodens und ein gutes Saatbett besonders wichtig, da auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird“, erklärt Berater Ulrich Mück vom DEMETER Verband. „Und die Krähen waren auch noch gefräßiger als sonst“, fügt Andreas Bersch hinzu.

Im Biolandbau ist der Ertrag viel stärker von den natürlichen Faktoren Witterung, Humusgehalt, Fruchtfolge abhängig, da jeglicher chemische Eingriff verboten ist. Auch die Weiterverarbeitung stellt Braumeister Trick vor Herausforderungen.

„Wir verarbeiten hier die Zutaten, wie sie gewachsen sind. Normalerweise mischt man beispielsweise mehrere Malze, um einen möglichst konstanten Geschmack zu gewährleisten. Auch die Eiweiß-Werte des Getreides variieren bei Bio natürlich stärker. Da sind technisches Know-How und Braukunst gefragt.“

Umso mehr würdigt Florian Timmermann, Projektmanager der Öko-Modellregion, die Partnerschaft zwischen Landwirten und Brauerei.

„Das Bio-Bier Projekt ist für alle Akteure eine große Herausforderung, die viel Flexibilität verlangt. Das erfordert wie bei jeder guten Partnerschaft, dass frühzeitig offen kommuniziert wird – hinsichtlich zu erwartender Qualität und Menge. Zum Glück ist das hier der Fall.“

Am Ende waren alle Experten dann trotz der Witterungsprobleme zuversichtlich, dass die Bio-Braugerste die zum Brauen notwendige Qualität erreicht.

„Der anspruchsvolle Braugerstenanbau scheint selbst unter schwierigen Bedingungen möglich und ist somit ein wichtiger Garant für die weitere Produktion unseres Ostallgäuer Bio-Biers“, freut sich Landrätin Maria Rita Zinnecker.

Als Verantwortliche für die Entwicklung der Öko-Modellregion Ostallgäu begleitet sie die Aktion von Anfang an. „Ein Bio-Bier aus der Region ist das beste Paradebeispiel für uns.“

Der Einsatz biologischer Rohstoffe schützt die Qualität des Grundwassers, welches wiederum gutes Brauwasser liefert.

Faire Preise durch Vertragsanbau mit Bio-Bauern aus der Region stärken Arbeitsplätze und die Landwirtschaft vor Ort. Der Öko-Landbau ist klimafreundlich und kurze Transportwege von Feld zu Mälzerei und Brauerei haben einen geringen CO2-Fußabdruck.

Der Bio-Anbau schont die Böden, fördert dadurch die Artenvielfalt und durch den Humusaufbau wird viel CO2 gespeichert. „So entsteht durch das Bio-Bier eine echte neue regionale Bio-Wertschöpfungskette“, resümiert Zinnecker.

„Der Schritt zum Bio-Bier war für uns ein neuer Weg, der uns aber bisher restlos begeistert“ erklärt Braumeister Bernd Trick.

„Vom Acker ins Glas und das direkt vor der Haustüre – besser kann es nicht laufen.“ Eine gelungene Partnerschaft von Erzeugern und Verarbeitern bis hin zum Endverbraucher aus der Region für die Region, die auf viele Unterstützer und Nachahmer hofft.










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