Vorsicht bei der Entnahme von Wildpflanzen in der freien Natur

9.9.2021 Landkreis Ostallgäu. Was bei der Entnahme von Wildpflanzen aus der freien Natur erlaubt und was man auf jeden Fall unterlassen sollte, erklärt die Untere Naturschutzbehörde.

Mit dem Herbst kommt auch wieder die Zeit des Pilzesammelns. Erlaubt sind hierbei lediglich „geringe Mengen für den persönlichen Bedarf“ (§ 39 Abs. 3 BNatSchG).

Fliegenpilz

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Man spricht hier auch von der sogenannten Handstraußregelung.

Bei dieser Entnahme ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, denn die Handstraußregelung ist nur auf Pflanzen anwendbar, die nicht dem besonderen Artenschutz unterliegen.

Übermäßiges Pilzsammeln ohne Gewinnabsicht, für Freunde und Familie oder den eigenen Jahresvorrat, ist hingegen nicht erlaubt und kann auch nicht genehmigt werden.

Gleiches gilt für das Sammeln von Beeren, Nüssen und Pflanzen. Gewerbsmäßiges Pilzepflücken ist ohne Genehmigung ebenso verboten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Ware verkauft oder gegen geldwerten Vorteil veräußert. Bei Verstoß gegen diese Regeln droht ein Bußgeld.

Riesenschirmpilz

Wer Pilze gewerblich sammeln möchte, benötigt eine gebührenpflichtige Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

Auch ist eine Genehmigung nötig, wenn man gewerbsmäßig Marmelade aus wildwachsenden Beeren kochen oder Tee aus Wildpflanzen verkaufen möchte.

Finger weg von geschützten Arten

Die Entnahme von Pflanzen aus Flächen, die einem Betretungsverbot unterliegen oder aus Naturschutzgebieten stammen, ist verboten.

Das Sammeln oder Ausgraben von besonders geschützten Arten ist grundsätzlich untersagt.

Der Schutzstatus von Pflanzen kann ganz einfach online in der Artenschutzdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz unter www.wisia.de abgefragt werden.

Zuwiderhandlungen können hier mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Das Landratsamt bittet alle Pilz- und Pflanzenfreunde mit Bedacht und Augenmaß von der Handstraußregelung Gebrauch zu machen.

Hinweise auf illegale Entnahmen von geschützten Pflanzen oder die Missachtung von Betretungsverboten nimmt die Untere Naturschutzbehörde gerne entgegen.










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