Unterallgäuer Kreisbrandrat warnt vor lebensgefährlichen Heizmethoden

23.10.2022 Lankreis Unterallgäu. Um Heizkosten zu sparen, werden die Menschen derzeit erfinderisch. „Manche dieser Ideen sind jedoch lebensgefährlich“, warnt Kreisbrandrat Alexander Möbus. Wer mit den falschen Heizgeräten im Innenraum heizt, bringe nicht nur sich, sondern auch andere Hausbewohnerinnen und -bewohner in akute Lebensgefahr.

Er warnt: „Heizen Sie Innenräume nicht mit Kohle- oder Gasgrills, Gas-Heizstrahlern, mit offenem Feuer, Ethanol-Öfen, Teelicht-Öfen oder sonstigen brennstoffbetriebene Geräte.“ Neben der Brandgefahr herrsche hier akute Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid (CO). Dieses gefährliche Atemgift könne der Mensch weder riechen, sehen noch schmecken. Nur ein CO-Melder könne zuverlässig Kohlenmonoxid in der Raumluft detektieren und entsprechend warnen.

„Steigt die CO-Konzentration in der Raumluft, kommt es zu erheblichen Beschwerden wie Schwindel, Schläfrigkeit, starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Schüttelfrost. Letztendlich kann eine Vergiftung tödlich sein“, so der Kreisbrandrat. Wer entsprechende Symptome bei sich bemerkt oder wenn ein installierter CO-Melder Alarm auslöst, rät Möbus dazu, umgehend das Gebäude zu verlassen, falls möglich Türen und Fenster zu öffnen und den Notruf 112 zu wählen.

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Doch auch reguläre Feuerstätten und Geräte bergen laut Möbus bei unsachgemäßer Benutzung Risiken. Er hebt hervor: „Heizen Sie Ihren Holzofen niemals mit Rest- oder Sperrmüll, Plastik, nassem Holz oder Kerzenresten. Das falsche Brennmaterial verursacht Ablagerungen im Kamin, die zu Kaminbränden führen können. Lassen Sie Ihren Holzofen außerdem regelmäßig inspizieren.“

Heizungen, Gasthermen und Durchlauferhitzer müssen ebenfalls regelmäßig gewartet werden und der Schornstein kontrolliert werden. Nur bei korrekter Funktion dieser Geräte und Anlagen seien CO-Vergiftungen, Brände und sonstige Unfälle vermeidbar.

Auch der Verschluss von Zuluftöffnungen zu Gasthermen oder sonstigen offenen Feuerstellen könne gefährlich sein: Sauerstoffarme, unvollständige Verbrennung fördere die Bildung von Kohlenmonoxid im Brandgas.

Bei der Verwendung von elektrischen Heizgeräten, also Heizlüftern oder Heizdecken, gibt der Kreisbrandrat folgende Sicherheitshinweise:

Beim Kauf auf einschlägige Prüfkennzeichen achten.
Bedienungsanleitung beachten.
Heizlüfter und Heizdecken sind in der Regel nicht für den dauerhaften Gebrauch geeignet.
Die Geräte nicht unbeaufsichtigt betreiben.
Kabel der Geräte vollständig abwickeln und insbesondere bei Heizlüftern und -strahlern von der wärmeabgebenden Seite des Gerätes fernhalten.
Keine beschädigten Geräte verwenden.
Das Gerät unbedingt sofort außer Betrieb nehmen, wenn es nach angesengtem Kunststoff riecht.
Belastungsgrenzen der Hausinstallation beachten, insbesondere bei älteren Gebäuden. Bei Unsicherheiten eine Elektrofachkraft fragen.
Ausgelöste Sicherungen der Hausinstallation (Leitungsschutzschalter, Fehlerstromschalter) weisen auf einen Defekt des Gerätes hin – Gerät außer Betrieb setzen.
Nicht mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig an einem Sicherungszweig der Hausinstallation betreiben (typischerweise nicht mehrere Geräte in einem Raum gleichzeitig betreiben). Bei Unsicherheiten und Fragen zur Hausinstallation eine Elektrofachkraft heranziehen.
Kein Betrieb von leistungsstarken Einzelgeräten an Mehrfachsteckdosen: Durch die Kontaktwiderstände der Steckerleisten in Verbindung mit der hohen Leistungsaufnahme der Geräte ist mit einer erhöhten Wärmeentwicklung an den Kontaktstellen zu rechnen.
Brennbare Materialen unbedingt von Heizlüftern fernhalten.
Beim Betrieb in Feuchträumen, etwa im Bad, sicherstellen, dass kein Wasser auf das Gerät gelangen kann.
Nach dem Betrieb den Stecker ziehen und das Gerät vollständig abkühlen lassen, bevor dieses anderweitig verstaut wird.