Landesgartenschau in Wangen im Allgäu: 2022 laufen zentrale Baustellen

10.11.2021 Wangen im Allgäu. Groß war das Interesse am letzten Bürgerspaziergang 2021 mit Oberbürgermeister Michael Lang. Nach der allgemeinen Einführung beim Gallussteg ging es in annähernd drei Stunden über 16 Stationen auf dem Gelände der Landesgartenschau 2024.

Dabei wurde deutlich: Im Frühjahr soll es möglich werden, die Baustelle im Stadtgarten bei der Hochwasserente zu queren und über den dann fertiggestellten Betonsteg auf kurzem Weg in die Stadt zu gehen. Und: Die Baustellen im Stadtgebiet wie Festplatz, Sportpark und Argenpark, beginnen 2022.

Bereits jetzt kündigte OB Lang an, dass noch einmal Bäume fallen werden, darunter eine ganze Reihe abgängiger Eschen. Ziel ist es, dem Fluss wieder mehr Raum zu geben, was der Revitalisierung dienen soll.

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Unterstützer für die Landesgartenschau gesucht

Erster Halt war auf der Stadtseite der Argen mit Blick auf den Stadtgarten. Gut zu sehen sind die Fortschritte: die Rampe, die Sitzstufen sind sichtbar, aber auch erste „Möbel“ wurden in den vergangenen Tagen mit Rankgerüsten eingebaut.

In absehbarer Zeit wird auch der noch zur Sanierung anstehende Fußgängersteg oberhalb des bald barrierefreien Betonstegs ausgehoben und saniert. Der Stadtgarten wird schon früh für 2024 weitgehend fertiggestellt. Lediglich der saisonale Frühjahrsflor soll erst kurz vor der für den 30. April 2024 geplanten Eröffnung fertiggestellt werden.

Mit Blick auf das Jahr der Schau sagte OB Lang: „Es wäre schön, wenn ganz Wangen in diesem Jahr Urlaub zu Hause macht und die Landesgartenschau unterstützt.“ Dauerkarten wird es Ende 2023 zu kaufen geben.

„Wissen Sie in welchem Zusammenhang diese kleine Parkanlage entstanden ist?“, fragte OB Lang am nächsten Halt im Garten am Metzigbach. 2007 hatte die Stadt die „Entente florale“ einen Sommer lang mit vielen Aktionen und Engagement der Bürgerinnen und Bürger zu Gast. Es sei ein Test gewesen, inwieweit die Wangenerinnen und Wangener für so ein Gartenereignis zu begeistern sind. Der Test fiel so positiv aus, dass man 2009 ins Bewerbungsverfahren für die Landesgartenschau ging. 2010 konnte die Stadt das ERBA-Areal übernehmen.

Umgestaltung im Bereich Festplatz geht weiter

Die Umbaumaßnahmen rund um den Festplatz haben mit der Klosterbergstraße bereits begonnen und werden in den kommenden zwei Jahren dafür sorgen, dass der gesamte Abschnitt über die Argeninsel und den Sportpark im Vorderen Ebnet ein einladendes Gesicht bekommt. Denn hier soll am Alten Feuerwehrhaus der zentrale Eingang in der Stadt zur Landesgartenschau 2024 sein.

Bevor der Bau der Kreissporthalle beim Schulzentrum beginnt, werden einige vorbereitete Platanen umgesetzt. Auch der Milchpilz wird versetzt und bekommt einen oder zwei Geschwister.

Mehr Raum wird die Argen an der Argeninsel bekommen. Dort wird im Frühjahr das Ufer abgetragen. Zuvor werden dort Bäume entfernt werden müssen. Die Umgestaltung wird es in der Zukunft ermöglichen, direkt ans Wasser zu kommen. Die beim Klösterle geplante Brücke wird bereits gebaut und im Frühjahr eingesetzt. OB Lang erinnerte am Kanal an die Einweihung des Fischpasses 2014.

„Wir haben damals gesagt ‚Willkommen auf der Landesgartenschau 2024‘“. Bis dahin werden auf der Argeninsel auch eine Kneippanlage, neue Sportanlagen und ein Fußweg rund um die Insel entstehen.

Der Erdaushub, der beim Abflachen des Geländes entsteht, wird auf der anderen Argenseite im Umfeld des ehemaligen Zirkusplatzes zu Hügeln aufgeschüttet. Sie umrahmen dann die neu angelegten Beachvolleyballfelder. Der Wohnmobilstellplatz kann – so sieht es jetzt aus – vom neuen Jahr an wieder angefahren werden.

Unter der Eisenbahnbrücke werden weitere kleinere Sportanlagen entstehen: ein Basketballfeld, ein Tanzboden und eine Art „Spielplatz für Erwachsene“, gemeint ist eine Calisthenics-Anlage. Auch hier wird das Gelände zur Argen hin abgeflacht.

Radweg zeiht sich durch das gesamte Gelände

Der überregionale touristische Radweg, der sich von Süden kommend durch das Landesgartenschaugelände ziehen wird, wechselt mehrmals über die Argen weswegen in diesem Zug auch fünf Radwegbrücken entstehen werden.

Die Baukosten bezifferte OB Lang auf insgesamt rund 8,3 Millionen Euro. Weil Bund und Land die Maßnahme großzügig fördern, bleiben bei der Stadt Wangen voraussichtlich Kosten von gut einem Viertel.

Für die Zeit der Gartenschau fände er es schön, wenn auf diesem Weg eine Transportmöglichkeit geschaffen werden könnte für Menschen, die nicht den Weg von der Altstadt zurück in die ERBA gehen wollen oder können. Er nannte einen Mini-Zug, einen kleinen selbstfahrenden Bus oder Fahrrad-Rikschas als mögliche Beispiele.

Wärme wird aus Abwasser gewonnen

Im Bereich der „Alten Hofstelle“ am Südring und Herzmannser Weg ging OB Lang auch auf die neuen Konzepte durch Energieversorgung in der ERBA ein. Anknüpfungspunkt für dieses Thema ist an dieser Stelle die Rohrbrücke, die das Gelände mit dem Auwiesenquartier verbindet. Unter der Brücke verläuft der Abwassersammler der Stadt Wangen.

Aus diesem Sammler wird künftig einige hundert Meter weiter südlich-westlich Wärme abgezogen und ins Nahwärmenetz eingespeist, um damit die ERBA und das Auwiesengelände zu versorgen. Zu diesem Zweck entsteht unweit des Turbinenhauses in der ERBA die neue Heizzentrale. „Nahwärme ist die Zukunft zur Versorgung vor allem großer Gebäudekomplexe. Sie ist sauber und man braucht keine Heizkessel mehr im Haus“, sagte OB Lang.

Mit Blick auf die beiden Sammelunterkünfte am Herzmannser Weg sagte er, es sei damit zu rechnen, dass im kommenden Jahr 100 Flüchtlinge unterzubringen seien. Wo und wie, das müsse man noch sehen.

In den Auwiesen gehen der Wohnungsbau und die Vorbereitungen für den dritten Abschnitt im Argenknie sichtbar voran. Inzwischen sind die Türme der ehemaligen Kläranlage rückgebaut. Die neue Außenanlage der Reiter im Südwesten der ERBA ist derzeit im Entstehen, so dass die Pferdesportler im Frühjahr dort eine neue Anlage haben werden.

Nach dem Winter wird die jetzige Reithalle abgebaut. Die neue Halle entsteht in Holzbauweise neben dem neuen Reitplatz. Angesichts der vielen Baustellen im Auwiesenareal dankte OB Lang allen Anwohnern. „Sie müssen derzeit viel mitmachen“, sagte er.

Friedhöfe könnte Sonderthema für Interessierte werden

Auf die Frage nach der Rolle des Friedhofs als Thema in der Landesgartenschau 2024, sagte er, es werde geprüft, ob diese Thematik neben den üblichen Ausstellungen zur Friedhofsgestaltung ausgeweitet werden und die schönen Friedhöfe in Wangen und der Region als Sonderthema für Interessierte einbezogen werden sollen.

Die Vorbereitungen für die wichtigste Brücke im Gelände sind getroffen. Sie wird als Verbindung von der Auwiesensiedlung in den Argenpark gebaut und zwar so, dass sie auch von Lkws befahren werden kann.

In diesem Park unterhalb des Schönbühl sind während der Landesgartenschau 2024 die Hauptattraktionen vorgesehen. Auf den Hang hinauf wird ein Weg geführt. Dort könnte ein Aussichtsturm entstehen. Im Auge haben Stadt und Landesgartenschau GmbH dafür einen Turm, der in Mannheim für die Buga geplant wurde, dort aber nicht gebaut werden kann. Ein Antrag auf Förderung aus einem Landesprogramm für Tourismus wurde gestellt.

Sollte er positiv beschieden werden, würden 65 Prozent der Kosten vom Land getragen. Was man von dort sehen könnte, wollte jemand wissen. „Alles“, sagte OB Lang in gespielter Übertreibung. „Auf jeden Fall die Auwiesen, ERBA und die Altstadt, aber auch der Schwarzensee und an klaren Tagen die Berge“, ergänzte er.

Firmen bereiten Niederlassung in der ERBA vor

Beim ersten Stopp in der ERBA wies das Stadtoberhaupt auf den Neubau der Firma AVL SET hin, deren Produkte weltweit in E-Mobile eingebaut werden.

Schräg gegenüber saniert die Firma Candor Bioscience, die derzeit noch auf dem Atzenberg sitzt, die ehemalige Karderie für sich und vier weitere Unternehmen. Eigentlich war diese Halle, die während der großen Flüchtlingswelle 2015 als Unterkunft für über 200 Personen diente, zum Abriss vorgesehen. Doch Denkmalexperten hatten dazu geraten, sie zu erhalten.

Der große Platz in diesem Areal, der auch von Kanal und Siedlungsparkgarage eingerahmt wird, soll später für Kino oder Theater oder andere Veranstaltungen unter freiem Himmel dienen. „Das Gebiet hier soll lebendig sein“, sagte OB Lang. Dazu wird auch das Baumwolllager beitragen, das von der Stadt mit Zuschüssen des Programms Nationale Projekte des Städtebaus saniert wird. Die Fertigstellung auch innen ist im Lauf des kommenden Jahres vorgesehen.

Das Flaggschiff der ERBA, die Neue Spinnerei, wird nach und nach bezogen. 5000 Quadratmeter Gewerbeflächen und 23 Wohnungen, die sich um einen Innenhof scharen, beherbergt dieses Gebäude.

„Als wir gesehen haben, dass sich dieses Gebäude entwickeln lässt, waren wir zuversichtlich, dass das auch für die übrige ERBA möglich sein wird“, sagte OB Lang.

Und so stieg die Stadt ein mit dem Schornstein und dem Platz um diesen inzwischen nächtlichen Leuchtturm im ERBA-Areal. Hier half der Bund zum ersten Mal seinem Programm Nationale Projekte des Städtebaus und wird es ein noch einmal tun im Bereich der Energiezentrale, wo im Kanalumfeld ein großer Themen-Spielplatz zur Energie gebaut werden soll.

„Es ist außergewöhnlich, dass eine Stadt dreimal aus diesem Programm gefördert wird“, sagte OB Lang. „Dem Bund hat aber gefallen, dass wir ein Gesamtkonzept haben, das auch die Altstadt einbindet.“

In der Umgebung des Schornsteins bleibt das Vereinsheim des türkischen Kulturvereins ebenso wie das der Portugiesen. Die Bocciabahn wird bei der Energiezentrale und dem Spielplatz einen neuen Standort bekommen. Das frühere Altersheim geht seiner Zukunft als Hotel mit Riesenschritten entgegen.

Die Sanierung der ehemaligen Arbeiterwohnhäuser läuft durch ihre neuen Eigentümer oder ist bereits abgeschlossen, so dass im Viertel abends immer mehr Wohnungen davon zeugen, dass Bewohner eingezogen sind. Derzeit kommt ein ums andere Doppelhaus in Holzbauweise am Ende der Siedlung hinzu, die von einer Bauherrengemeinschaft aus sechs Familien gebaut werden.

Richtung Lindauer Straße wird ein großer temporärer Parkplatz entstehen, von dem aus der zweite große Eingang zur Landesgartenschau erreichbar sein wird. Der Platz könnte später auch einem größeren Zirkus Auftrittsmöglichkeiten und der Stadt Gelände zum Lagern von Schnee bieten. Hier soll auch das neue Gewächshaus der Stadtgärtnerei entstehen.

Eine Brücke wird ins Trockene gesetzt und dann der Fluss umgeleitet

Der Bürgerspaziergang bog schließlich ab über den Kanal. Wieder gab es Interessantes zum Thema Brückenbau zu hören. Im kommenden Jahr wird nach Worten von OB Lang auf der Wiese eine Radwegberücke gebaut – und zwar an einer Stelle, an der noch kein Wasser fließt.

Wenn die Brücke steht, werde die Argen im Zuge der Revitalisierung in eine neue Kurve geleitet. Sie soll damit langfristig die Chance bekommen, sich auch auf dem Areal der Wiese auszubreiten.

„Aushub, der bei den Arbeiten entsteht, wird wiederum das benachbarte Gelände modellieren“, sagte OB Lang.

Nach einem kurzen Stopp am Kanal mit dem Hinweis auf einen Baum, der im Frühjahr mitten aus dem Auwiesengelände im Bereich des künftigen Kindergartens an den Rand versetzt wurde, endete dieser Bürgerspaziergang.










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