Förderung für Waldbesitzer: Antragsphase Vertragsnaturschutz Wald startet

2.2.2022 Der Freistaat Bayern honoriert die Erhaltung von Biotopbäumen und natürlichen Wäldern

Lindau (Bodensee). Unsere Wälder bieten vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Gesunde Wälder tragen zum Klimaschutz bei und sind wertvolle Erholungsräume für uns Menschen.

Die Schätze der Wälder sind oft im Verborgenen, mikroskopisch klein oder unscheinbar – und trotzdem von hohem ökologischem Wert. Um die Biodiversität in den Wäldern zu erhalten, gibt es auch im Jahr 2022 wieder Fördermittel für das Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald).

Waldbesitzer können sich hierfür umfangreich beraten lassen und bis Ende April Förderanträge beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und beim Landratsamt Lindau stellen.

Totholz beispielsweise bietet Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten wie Spechte, Fledermäuse, Insekten und Pilze. Auch lebende Biotopbäume mit Spalten, Höhlen oder Efeubewuchs sind Wohnstätten für seltene Arten. Da diese Lebensräume nicht mehr so häufig zu finden sind, sind viele dieser Arten vom Aussterben bedroht.

„In unserem Landkreis finden sich noch einige artenreiche Waldstandorte, die immer mehr an ökologischem Wert gewinnen“, erläutert Ursula Sauter-Heiler vom Landratsamt Lindau.

Finanziell gefördert wird im VNP Wald der Erhalt von Biotopbäumen und Totholz, die Wiederherstellung lichter Wälder und der Nutzungsverzicht auf besonderen Waldstandorten.

Eine Förderung ist unter anderem möglich, wenn geeignete Totholz- oder Biotopbäume für die nächsten zwölf Jahre im Wald belassen werden. Die Förderhöhe ergibt sich bei einem vollständigen Nutzungsverzicht in geeigneten Waldflächen für die Dauer von zwölf Jahren aus der Flächengröße.

Mit den Maßnahmen soll die Artenvielfalt in den heimischen Wäldern erhalten und entwickelt werden. Um einen Überblick über die Bestände in den Wäldern des Landkreises zu bekommen, wurde von Experten nach seltenen Käfer-, und Pilzarten gesucht.

Und sie wurden fündig. Bei einer Käferkartierung in einer Reihe von Tobelwäldern wurde zum Beispiel eine vom Aussterben bedrohte Käferart gefunden, die deutschlandweit nur aus dem Bayerischen Wald und der Sächsischen Schweiz bekannt war.

Auch die Ergebnisse zu den Pilzkartierungen zeigen, dass unsere Wälder noch ein großes Potential für die Artenvielfalt aufweisen. Dieses mit den Waldbesitzern und -bewirtschaftern zu erhalten und zu fördern, ist das Ziel des Vertragsnaturschutzprogramms Wald.

Ansprechpartner für eine Beratung der Waldbesitzer sind

Gebietsbetreuung Moore, Tobel, Bodensee beim BUND Naturschutz, Isolde Miller, Telefon 08382/887564.
Landratsamt Lindau, Untere Naturschutzbehörde, Ursula Sauter-Heiler, Telefon 08382 / 27 03 51,
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten, Forstrevier Lindau, Christian Müller, Telefon 08382 / 68 24
Forstrevier Lindenberg, Marcus Fischer, Telefon 08381/2159

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