Der Biber – ein ökologischer Baumeister

22.1.2015 Landkreis Unterallgäu. Der Biber ist ein natürlicher Landschaftsgärtner. Indem er Burgen und Dämme baut und Gewässer anstaut, schafft er Biotope, in denen wiederum andere Tiere und Pflanzen Lebensraum finden.

„Aber genau darum ist der Biber nicht überall willkommen“, sagt Konrad Schweiger, Leiter des Sachgebiets Naturschutz und Landschaftspflege am Landratsamt Unterallgäu.

Immer wieder entdecken Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde Biberfallen oder erfahren, dass Biber-Bauten zerstört wurden. Schweiger macht deutlich: „Wer ohne Genehmigung eine Biberfalle aufstellt, eine Biberburg oder einen Damm zerstört, begeht eine Straftat“. Erst kürzlich habe die Behörde in einem solchen Fall Strafantrag bei der Polizei gestellt und die Biberfalle eingezogen. Schweiger betont: „Der Lebensraum des Bibers ist geschützt.“

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Richtet ein Biber Schaden an, rät er dem Betroffenen, Rat beim Landratsamt oder bei einem der Biberberater des Landkreises zu suchen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel Bäume mit Drahthosen gegen Verbiss zu schützen oder einen Transportdamm des Bibers abzusenken. Aber all diese Maßnahmen müssen mit dem Landratsamt oder dem Biberberater abgesprochen werden.

„Den Biber zu jagen oder zu fangen, erlaubt das Gesetz nur, wenn der Nager erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichtet oder Personen in Gefahr bringt, zum Beispiel weil er einen Weg so stark untergräbt, dass die Fahrbahndecke einbricht“, betont Schweiger.

Einige Gründe, warum der Biber für die Natur wichtig ist:

Stauen Biber Bäche auf, verteilt sich das Wasser über eine größere Fläche, erwärmt sich mehr und fließt langsamer in die Flüsse. So entstehen natürliche Lebensräume für Amphibien, Libellen, Fische und Pflanzen. Andere Tiere, zum Beispiel Störche, finden hier dann wiederum Nahrung. Die Artenvielfalt steigt.

Das Geäst von Totholz im Wasser – sei es ein vom Biber gefällter Baum oder die Nahrungsflöße als Wintervorrat – bietet Fischen und ihren Nährtieren gute Verstecke.

Im direkten Umfeld einer Biberburg findet man nach Untersuchungen des Landesfischereiverbandes Bayern oft Fischdichten, die über 80-mal so hoch sind wie an vergleichbaren Gewässern ohne Biberaktivität.

Werden von Bibern geschädigte Bäume nicht gefällt, sterben sie ab. Sie sind als Totholz Lebensraum für zahlreiche Insektenarten und Nahrungsquelle für viele Vogelarten.

Biber können zur Reinigung von Gewässern beitragen, indem ihre Dämme Schwebstoffe zurückhalten.

Wer beobachtet, dass ein Biber unerlaubt gestört oder bejagt wird, oder wer sonstige Auskünfte rund um das Thema Biber benötigt, kann sich an die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu, Telefon (0 82 61) 9 95 – 2 57, wenden.










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