21.4.2022 – Betrugswelle über Messenger-App

Donnerstag, 21. April 2022

21.4.2022 PP SCHWABEN SÜD/WEST. Im Laufe der vergangenen Woche ereigneten sich zahlreiche Betrugsfälle über einen bekannten Messengerdienst im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Mehrere Tausend Euro erbeuteten die intriganten Betrüger alleine in diesem Zeitraum.

Wie funktioniert diese Masche?

Die Betrüger schreiben eine Nachricht, in der sie sich meist als Sohn oder Tochter der angeschriebenen Person ausgeben. Im Laufe der Unterhaltung bitten die Täter um Geld, das überwiesen werden soll.

Wieso glauben die Opfer den Betrügern?

Die Opfer wundern sich zuerst, wieso der Sohn oder die Tochter von einer Telefonnummer schreibt, die ihnen nicht bekannt ist. Die Gauner geben als Grund einen Nummernwechsel oder ein neues Mobiltelefon an. Die Täter versuchen dann durch Smalltalk Vertrauen zu dem Opfer herzustellen

(Symbolfoto: Bayerische Polizei)

Wie bitten die Täter das Opfer dann um Geld?

Im weiteren Nachrichtenverlauf schreiben die Täter, dass sie offene Rechnungen begleichen müssen. Weil beim neuen Handy das Online-Banking nicht gehe, sei es dem vermeintlichen Kind nicht möglich, das Geld zu überweisenNun soll das Geld die Mutter oder der Vater an eine IBAN überweisen.

Schicken die Opfer gutgläubig ihr Geld an die unbekannte Kontonummer, so fordern die Betrüger oftmals noch mal eine Überweisung.

Wo sind solche Betrügereien denn zuletzt passiert?

Letzte Woche im Bereich der Polizeiinspektion Lindau erlitten zwei Senioren im Alter von 74 und 82 Jahren durch einen solchen Betrug einen hohen Vermögensschaden. Insgesamt verloren sie eine mittlere vierstellige Summe an die bislang unbekannten Täter. Im niedrigen dreistelligen Bereich überwies ein 63-Jähriger aus dem Umkreis von Burgau Geld an die hinterhältigen Betrüger. Im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Memmingen wurde eine 61-Jährige Opfer solcher Gaunerei. Sie verlor ebenfalls eine mittlere vierstellige Summe. Im Marktoberdorfer und Günzburger Bereich versuchten sich die Betrüger an mehreren Opfern, scheiterten jedoch und bekamen kein Geld von ihnen.

Wie erfolgreich ist die Masche für die Gauner?

Die Zahlen steigen im Jahr 2022 rasant an. Im Januar verzeichnete das Polizeipräsidium lediglich drei Verfahren, im Februar stieg die Zahl bereits auf 11, im März bereits auf 32 Fälle. Im noch laufenden Monat April liegen bislang bereits 43 Anzeigen vor, die Polizei geht von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

Von den gemeldeten Fällen verliefen für die Betrüger dieses Jahr bereits 32 erfolgreich. Dabei entstand bislang ein Gesamtschaden von mehr als 75.000 Euro. Im gesamten Vorjahr waren es lediglich rund 14.500 Euro.

Wie können Sie sich gegen diese Betrugsmasche schützen?

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn

Sie von einer ihnen unbekannten Telefonnummer angeschrieben werden

sich die unbekannte Person als Angehörige/r ausgibt

diese/r vermeintliche Angehörige Geld von Ihnen will

kein Telefonat oder keine Sprachnachricht möglich ist

So schützen Sie sich:

Leisten Sie keine Zahlungen an Unbekannte!

Schreiben Sie nicht zurück!

Rufen Sie den Angehörigen auf einer anderen Nummer an!

Weitere Tipps erhalten Sie bei Ihrer Polizei.

(PP Schwaben Süd/West)

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